Zwischen dem dunklen Himmel und dem Meer schwebte der Schein des Mondes. Rund und klar stand er, gleichmäßig wie ein Rauchschleier, über dem Horizont. In den Ästen der Gartenbäume schwankten und hüpften kleine bunte Lampions, als wären sie ein Schwarm feuriger Kolibris, an unsichtbaren Drahtfäden auf und nieder. Von der sinnlos beleuchteten Bühne her, wo ein schwarzgekleideter Kapellmeister komisch wie ein Hampelmann Arme und Frackschwänze herumschleuderte, als ob er in jedem Augenblick davonfliegen wollte, wirbelten festgeprägte Geigentöne nach allen Seiten, sprangen auf, lachten, sangen, und flogen in leichtem kapriziösem Reigen durch die dunklen Bäume zum offenen, lichtbegossenen Seestrand hinaus. Dort tanzten sie vor den Blicken des hellen Mondes, unsichtbar und unbestimmbar in ihrem gespensterhaften Augenblicksleben.
Seine kraftvollen Arme auf dem kalten Marmor des Tischchens verschränkt, blickte Mishujew in finsterem Schweigen zur Seite. Sah er auf die Bühne, schien ihm seine Umgebung voll sinnlosen Lärms und kleinlicher Hast, wenn er sich aber dem Meer zuwendete, dann war alles majestätisch-ruhig und nachdenklich-frei, wie der hohe helle Mond selbst.
Sein welliger, blonder Bart und die massigen Schultern erweckten die Vorstellung schwerer Kraft und harter Willensstärke, aber seine Augen waren ungesund, eingefallen, als wenn sie den Tod in sich trugen.