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Poetry
Faust: Eine Tragödie [erster Teil]
Johann Wolfgang von Goethe

Faust: Eine Tragödie [erster Teil]

Johann Wolfgang von Goethe · 1749–1832

Verfügbar in:Deutsch
Wörter
31,009
Geschätzte Zeit
~52m
Status
Öffentliche Bibliothek
Gutenberg-Lesungen
8,836
Faust, -approximately 1540DramaGerman poetryLegendsGermanyMagicians
Wie es beginnt

[5] Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten! Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt. Versuch’ ich wohl euch diesmal fest zu halten? Fühl’ ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt? Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten, Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt; Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert Vom Zauberhauch der euren Zug umwittert.

Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage, Und manche liebe Schatten steigen auf; Gleich einer alten, halbverklungnen Sage, Kommt erste Lieb’ und Freundschaft mit herauf; Der Schmerz wird neu, es wiederholt die Klage Des Lebens labyrinthisch irren Lauf, Und nennt die Guten, die, um schöne Stunden Vom Glück getäuscht, vor mir hinweggeschwunden.

[6] Sie hören nicht die folgenden Gesänge, Die Seelen, denen ich die ersten sang, Zerstoben ist das freundliche Gedränge, Verklungen ach! der erste Wiederklang. Mein Leid ertönt der unbekannten Menge, Ihr Beyfall selbst macht meinem Herzen bang, Und was sich sonst an meinem Lied erfreuet, Wenn es noch lebt, irrt in der Welt zerstreuet.

Quelle: Project Gutenberg #21000 ↗
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