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Fiction
Die Schwestern im Kreuz : $b Erzählung
Aleksei Remizov

Die Schwestern im Kreuz : $b Erzählung

Aleksei Remizov · 1877–1957

Verfügbar in:Deutsch
Wörter
49,534
Geschätzte Zeit
~1h 23m
Status
Öffentliche Bibliothek
Gutenberg-Lesungen
9,667
Russian fictionTranslations into German
Wie es beginnt

1913 München und Leipzig bei Georg Müller

Autorisierte Uebersetzung von Fega Frisch

A lexej Remisow ist im Herzen Rußlands, in Moskau, geboren. Dort sind vierzig mal vierzig Kirchen; täglich dröhnen dort zur Früh- und Abendmesse die Glocken, die großen und feierlichen in den Klöstern und Kathedralen, die Zarenglocken des Kreml; es antworten ihnen mit allen ihren Glocken die kleinen und niedrigen Glockentürme in den uralten Pfarrkirchen. Gar viele Pfarrkirchen hat Moskau; um sie herum schlängeln sich die Straßen und Gäßchen, in ihnen lebt der Moskauer Handelsstand sein eigenes urwüchsiges Leben. Alle Fasten werden streng eingehalten; an den Feiertagen ziehen die Priester mit dem ganzen Klerus aus einem Haus ins andere, um die festlichen Tafeln zu segnen; dort werden bis heute die Märtyrer- und Heiligenlegenden in der uralten Schrift gelesen, dunkle und vertraute Mitteilungen über Gottesmänner und große Märtyrer. Mancher ist sauber gekleidet und sieht ganz europäisch aus: ein gestärktes Vorhemd und eine Krawatte nach der letzten Pariser Mode – doch beginnt er sich auszuziehen, so entdeckt man ein kattunenes russisches Hemd darunter und einen geweihten Gürtel mit eingewebten Gebeten. Voll Inbrunst kniet der moderne Stutzer vor dem Familienschrein mit den Heiligenbildern. Der unter der neumodischen Wäsche verborgene geweihte Gürtel schützt vor Uebel. Der alte Glaube ist fest in ihm, und der uralte Kaufmannsstand in Moskau lebt nach der Väter Art.

Quelle: Project Gutenberg #75679 ↗
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